Hinweis zum Inhalt

Diese Webseite ist mit vorläufigen Inhalten und Projektergebnissen gefüllt. Wir bitten Sie, die Inhalte weder zu verwenden noch weiterzugeben.
Vielen Dank! Das STEPSEC-Team.

Direkt zum Inhalt
Startseite
STEPSEC

Hauptnavigation

  • Startseite
  • Über STEPSEC
  • Entscheidungs-Tool
    • 1. Hintergrundinformationen zu CDR
    • 2. Herausforderungen von CDR
    • 3. Mögliche Landnutzungspfade für Deutschland
  • Kernaussagen
  • Glossar

Pfadnavigation

  1. Startseite
  2. Entscheidungs-Tool
  3. Mögliche Landnutzungspfade für Deutschland
  4. SSP3-7.0: Regionale Rivalität - Baseline

SSP3-7.0: Regionale Rivalität - Baseline

Weitere Modellläufe zu SSP3-7.0: [mit CDR-Ziel] | [mit CDR-Ziel + Politik]

Kurzbeschreibung Szenario SSP3-7.0 (Regionale Rivalität):

Wachsende existenzielle Sorgen in der Gesellschaft werden politisch nur unzureichend adressiert und führen zu verstärkter Polarisierung sowie zu einem Vertrauensverlust in demokratische Institutionen. Nationalistische Bewegungen gewinnen politisch an Einfluss und setzen protektionistische Maßnahmen durch, wodurch der internationale Handel auf wenige Partner mit ähnlichen Wertvorstellungen beschränkt wird. Dies führt zu wirtschaftlicher Stagnation, die die Mittelschicht in Deutschland schwächt und regionale sowie soziale Ungleichheiten verschärft. Die wirtschaftliche Entwicklung fokussiert sich auf traditionelle Industriezweige und die Rückverlagerung von Industrie und Produktion nach Deutschland. Umweltstandards sowie Klima- und Ressourcenschutz werden abgeschwächt, während die Förderung nationaler fossiler Energiereserven reaktiviert und ausgebaut wird. Das führt dazu, dass die deutschen und globalen Treibhausgasemissionen stark ansteigen und der globale Temperaturanstieg bis zum Ende des Jahrhunderts etwa 3,6 °C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau erreicht. Investitionen konzentrieren sich vor allem auf den Sicherheits- und Verteidigungssektor, während die Förderung von Bildung und technologischer Entwicklung stagniert. Infolge sinkenden Wohlstands und rückläufigen gesellschaftlichen Konsums schrumpft der Dienstleistungssektor deutlich, und die Beschäftigung verlagert sich zunehmend in den primären Sektor (Landwirtschaft, Forstwirtschaft) und die Industrie. Unterbrochene Migrationsströme sowie der demografische Wandel führen zu einem Bevölkerungsrückgang. Trotz eines zunehmenden Zusammenhalts innerhalb einzelner sozialer Gruppen bleiben soziale und regionale Ungleichheiten bestehen, und das Armutsrisiko steigt deutlich an. Eine detaillierte Beschreibung des gesamten Szenarios finden Sie hier.

Modellierungslauf Baseline
In diesem Modellierungslauf werden die Auswirkungen unterschiedlicher sozio-ökonomischer Entwicklungen (SSP-Szenarien) sowie Klimaeinflüsse (RCP-Szenarien) auf die Landnutzung unter Berücksichtigung spezifischer Anforderungen an Ökosystemdienstleistungen sichtbar. Der Simulation liegt kein CDR-Ziel und somit keine Nachfrage nach Carbon Dioxide Removal (CDR) im LULUCF-Sektor zugrunde. Das bedeutet, dass der Kohlenstoffbedarf ausschließlich durch das Basisangebot gedeckt wird und nicht Teil des Wettbewerbsprozesses im Modell ist. Eine detaillierte Beschreibung der verschiedenen Modellierungsläufe und ihrer Annahmen finden Sie hier.

  • CDR-Portfolio
  • Landnutzungskarte
  • Landnutzungsänderung
  • Download

ssp370_runA_CDR_areas_linscale.pngDie Abbildung zeigt mit Unsicherheiten behaftete Modellierungsergebnisse, ein Download ist am Ende der Seite möglich.

Erläuterungen zur Abbildung „CDR-Portfolio“

Die Darstellung zeigt den kumulierten Flächenverbrauch der verschiedenen modellierten landbasierten CDR-Methoden im zeitlichen Verlauf von heute (2020) bis zum Ende des Jahrhunderts (2100). In der Modellierung ist nur die Nachfrage nach Pflanzenkohlenstoff berücksichtigt, die Kohlenstoffflüsse des gesamten Landsystems (z.B. Kohlenstoff im Boden, CO2-Emissionen) sind dagegen nicht abgebildet.

Somit zeigt die Abbildung keine Senkenpotenziale, sondern eine vereinfachte Darstellung der CDR-Flächenpotenziale, die unter Berücksichtigung folgender Limitierungen zu interpretieren sind:

  • Der Waldumbau umfasst nur den Wechsel von höheren zu niedrigeren Bewirtschaftungsintensitäten (z.B. hoch intensiver Forst zu Naturwald). 
  • Aufforstung fasst die Flächenzunahme aller Bewirtschaftungsformen im Forst (wenig bis hoch intensiv bewirtschafteter Wald sowie Naturwald) zusammen.
  • Es werden lediglich die Flächenzugewinne der einzelnen CDR-Maßnahmen dargestellt, die über den gesamten Zeitraum bestehen bleiben. Gehen solche CDR-Flächen im Laufe der Zeit wieder verloren (z.B. Verlust von vorher neu entstandenen Waldflächen), werden diese nicht berücksichtigt. 
  • Die Abbildung zeigt dem LULUCF-Sektor zugeordnete CDR-Maßnahmen, weshalb die Flächenpotenziale von BECCS, das per Definition nicht dem LULUCF-Sektor angehört, nicht dargestellt werden.
  • In der Modellierung wurden vorrangig waldbasierte CDR-Maßnahmen berücksichtigt, weshalb Carbon Farming (z.B. Veränderungen in der Bewirtschaftungsform bzw. -intensität in der Landwirtschaft) in dieser Darstellung nicht auftaucht.

Eine Aussage über die Senkenleistung der dargestellten Flächen kann erst nach Modellierung der gesamten Kohlenstoffflüsse sowie folgender weiterer Informationen getroffen werden:

  • Landnutzungshistorie: Die vorherige Nutzungsform hat erheblichen Einfluss auf das tatsächliche Senkenpotenzial einer Fläche (z.B. Aufforstung auf vormals extensivem Weideland oder intensiv bewirtschaftetem Ackerland).
  • Veränderungen land- und forstwirtschaftlicher Bewirtschaftungsintensitäten im Zeitverlauf und deren Auswirkungen auf die Emissionen sowie das Senkenpotenzial (z.B. der Wechsel von extensiv zu intensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen oder umgekehrt).
 

Hintergrundinformationen

  • Ausführliche Beschreibung der Szenarien
  • Beschreibung der Modellierungsläufe
  • Methodik und Legende
  • Beschreibung des Bewertungsrahmens
  • Unsicherheiten und Limitierungen 
Raumbezugsebene:

Bezugsjahr:
    
 

 

Erläuterung und Interpretation der Landnutzungskarte

Die Landnutzungskarte zeigt eine mögliche Entwicklung der Landnutzung in Deutschland für das Szenario SSP3-7.0 für den Zeitraum 2020 bis 2100. Die zugrunde liegenden Annahmen sind den Beschreibungen der Szenarien und der Modellierungsläufe zu entnehmen. 

Die vorliegende Interpretation bezieht sich auf den Modellierungslauf “Baseline” und beschreibt die wesentlichen Landnutzungsänderungen entlang von Kernaussagen sowie raumzeitlicher Charakteristika.

Intensivierung der Landwirtschaft zur Sicherung der nationalen Nahrungsmittelversorgung

  • Eine Abkehr vom internationalen Handel und der Fokus auf nationale Produktionssicherung prägen die Landnutzung.
  • Ackerflächen werden zulasten von Grünland und Mooren ausgeweitet und stehen in Nutzungskonkurrenz mit dem nachgefragten Fleischkonsum.
  • Besonders im Nordwesten Deutschlands kommt es zu einer Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung.
  • Insbesondere in der ersten Hälfte des Jahrhunderts führen veränderte Handelsstrukturen und Produktionsverlagerungen zu einem erhöhten Nutzungsdruck auf inländische landwirtschaftliche Flächen, ehe dieser durch Bevölkerungsrückgänge in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts abgemildert wird.
Waldumbau zu intensiv bewirtschafteten Wäldern

  • Der zunehmende Fokus auf nationale Produktionssicherung steigert die Nachfrage nach Holz als Rohstoff und Energieträger deutlich und prägt die Forstwirtschaft bis zum Ende des Jahrhunderts.
  • Dies führt insbesondere in der ersten Hälfte des Jahrhunderts zu einem verstärkten Waldumbau hin zu intensiv bewirtschafteten Wäldern.
  • Zusätzlich erfolgt Aufforstung vor allem im Süden und Südosten Deutschlands, häufig auf ehemaligen Grünlandflächen, was die Nutzungskonkurrenzen mit dem nachgefragten Fleischkonsum erhöht.
  • Im weiteren Verlauf stagniert der Waldumbau, während in waldreichen Regionen mit guter Infrastruktur (z. B. Thüringer Wald) weiterhin intensiv bewirtschaftet wird.
Deutlicher Bedeutungsverlust von Umwelt-, Klima- und Biodiversitätsschutz
  • Sinkendes gesamtgesellschaftliches Umweltbewusstsein sowie die Verschiebung politischer Schwerpunkte zur Sicherung nationaler Interessen bestimmen die Land- und Ressourcennutzung.
  • Ziele des Klima-, Umwelt- und Biodiversitätsschutzes werden weitgehend vernachlässigt, wodurch Ökosysteme zunehmend fragmentiert werden und degradieren.
  • Dies zeigt sich in Intensivierungsprozessen in Land- und Forstwirtschaft sowie im Energiesystem.
  • Diese Entwicklung vollzieht sich insbesondere im Zeitraum 2030 bis 2060 und stagniert zum Ende des Jahrhunderts.

Abkehr von der Energiewende und Re-Fossilisierung des Energiesystems

  • Die Energiewende verliert zugunsten der Sicherung von Nahrungsmittel- und Rohstoffproduktion an politischer Priorität, was erhebliche Auswirkungen auf die Landnutzung hat. 
  • Nationale fossile Energieträger (z.B. Kohle) gewinnen an Bedeutung und werden unmittelbar reaktiviert und zum Ende des Jahrhunderts vor allem in den Mittelgebirgen und in Ostdeutschland verstärkt ausgebaut.
  • Bioenergieflächen stehen in direkter Flächenkonkurrenz zur landwirtschaftlichen Nutzung und werden insbesondere im Nordwesten Deutschlands kontinuierlich zurückgefahren.
  • Die energetische Nutzung des Waldes nimmt vor allem im Zeitraum 2030 bis 2060 stark zu und begründet die Intensivierung in der Forstwirtschaft. 

Ausweitung industrieller Infrastruktur

  • Zur Sicherung der nationalen Produktion wird vorrangig produzierendes Gewerbe durch den Ausbau der industriellen Infrastruktur zurück nach Deutschland gelockt, was die Landnutzung stark prägt.
  • Landschaftsfragmentierung und infrastrukturelle Flächeninanspruchnahme nehmen im Zeitverlauf zu.
  • Die Reaktivierung von Bergbauflächen findet insbesondere in den Mittelgebirgen und in Ostdeutschland statt.
  • Industrie- und Logistikflächen konzentrieren sich in wirtschaftsstarken Räumen (z. B. Rhein-Ruhr-Gebiet).

Landnutzungsänderung in Deutschland (2020 bis 2100)

Die Abbildung zeigt mit Unsicherheiten behaftete Modellierungsergebnisse, ein Download ist am Ende der Seite möglich.

Erläuterung und Interpretation der Abbildung „Landnutzungsänderung“

Die Abbildung zeigt die zeitliche Änderung der Landnutzung in Deutschland im Modellierungslauf “Baseline” von 2020 bis 2100. Dargestellt sind die prozentualen Anteile verschiedener Landnutzungskategorien, differenziert nach Nutzungsarten und -intensitäten. Weiterführende Informationen zu den Landnutzungskategorien finden Sie unter “Methodik und Legende”.

Steigende landwirtschaftliche Produktion durch Intensivierung

  • Der Anteil der Ackerflächen bleibt über den gesamten Zeitraum weitgehend konstant. Allerdings zeigt sich insbesondere in der ersten Hälfte des Jahrhunderts eine starke Intensivierung im Ackerbau, durch die Umwandlung von Flächen niedriger und mittlerer hin zu hoher Bewirtschaftungsintensität.
  • Dagegen sind Grünlandflächen insgesamt rückläufig. Dieser Rückgang vollzieht sich insbesondere in der ersten Jahrhunderthälfte, ehe sich die Flächen stabilisieren und sogar wieder leicht ansteigen. Gleichzeitig zeigt sich auch beim Grünland eine Verschiebung hin zu höheren Nutzungsintensitäten. Der Anteil intensiv genutzten Grünlands nimmt leicht zu, während niedrig- und mittelintensiv genutztes Grünland kontinuierlich zurückgeht. 
  • Durch höhere Flächenerträge infolge der stärkeren Konzentration auf intensiv bewirtschaftete Flächen steigt die Nahrungsmittelproduktion über das heutige Niveau hinaus. Dies zeigt sich auch in einer leicht erhöhten Bereitstellung von Futterpflanzen, während die weidebasierte Fleischproduktion tendenziell leicht abnimmt.

Leichte Waldzunahme bei steigender Intensivierung

  • Die Waldfläche nimmt im Verlauf des Jahrhunderts leicht zu - insbesondere aufgrund der hohen Nachfrage nach Holzprodukten. Insbesondere bis 2060 findet Aufforstung statt, ehe die Waldfläche anschließend wieder leicht rückläufig ist. 
  • In der Forstwirtschaft wird ein Waldumbau hin zu intensiven Bewirtschaftungsformen vollzogen. Der Anteil hochintensiv genutzter Wälder steigt im Zeitverlauf an, während Wälder mit niedriger Bewirtschaftungsintensität kontinuierlich abnehmen. Naturwald bleibt über den gesamten Zeitverlauf von untergeordneter Bedeutung.
  • Die Intensivierung führt zu einer deutlichen Zunahme der Holzproduktion. Gleichzeitig können durch eingeschränkte Handelsbeziehungen und die zunehmende energetische Holznutzung Engpässe, insbesondere bei Laubholz, auftreten.

Hohe Nutzungskonkurrenzen und Versorgungsengpässe in der ersten Hälfte des Jahrhunderts

  • Die Flächen für Bioenergie, Solar-/PV-Nutzung und Moore nehmen im Verlauf des Jahrhunderts deutlich ab. Die stärksten Rückgänge sind dabei aufgrund hoher Nutzungskonkurrenzen in der ersten Jahrhunderthälfte zu verzeichnen. 
  • Siedlungsflächen nehmen insbesondere bis 2060 zu, ehe diese durch rückläufige Bevölkerungszahlen stagnieren.
  • Insbesondere in der ersten Hälfte des Jahrhunderts treten Engpässe in der Versorgung mit land- und forstwirtschaftlichen Produkten aufgrund hoher Nutzungskonkurrenzen auf. Abbrechende Handelsbeziehungen und bestehende Importabhängigkeiten können zu starken Preissteigerungen führen. 
  • Sinkende Nachfrage aufgrund von Bevölkerungsrückgängen löst Versorgungsengpässe in der zweiten Jahrhunderthälfte auf und führt zu einem Anstieg von Brachflächen. 

Verdrängung naturnaher Flächen und Rückgang der Biodiversität durch Intensivierung

  • Die zunehmende Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft geht mit einem Rückgang extensiver und naturnaher Nutzungsformen einher. Dadurch stehen weniger Flächen für ökologisch wertvolle Lebensräume zur Verfügung, was sich negativ auf die Biodiversität auswirkt.
  • Auch regulierende Ökosystemleistungen wie der Hochwasserschutz nehmen tendenziell ab, da intensiv genutzte Flächen geringere Speicher- und Retentionsfunktionen aufweisen.
  • Auffällig an dieser Entwicklung ist, dass sich trotz der oben beschriebenen, im Zeitverlauf stark verändernden Nutzungskonkurrenzen eine früh einsetzende und relativ gleichmäßige Abnahme dieser Ökosystemleistungen zeigt. Dies ist u.a. auf deren geringe gesellschaftliche Bedeutung zurückzuführen.

Downloads zu SSP3-7.0

Download der Abbildungen des Szenarios:https://nextcloud.imk-ifu.kit.edu/s/gPjoraqnc5mWQ34?dir=/output_25_04/maps_stats_plots/ssp370/land_use_change
Download der Karten des Szenarios:https://nextcloud.imk-ifu.kit.edu/s/gPjoraqnc5mWQ34?dir=/output_25_04/maps_stats_plots/ssp370/land_use_maps
Alle den Karten und Abbildungen zugrundeliegenden Daten können hier abgerufen werden.
Wichtige Publikationen und weiterführende Literatur zum Thema finden Sie hier.
BMBF-Logo: gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
Impressum |Datenschutzerklärung | Seitenanfang