Hinweis zum Inhalt

Diese Webseite ist mit vorläufigen Inhalten und Projektergebnissen gefüllt. Wir bitten Sie, die Inhalte weder zu verwenden noch weiterzugeben.
Vielen Dank! Das STEPSEC-Team.

Direkt zum Inhalt
Startseite
STEPSEC

Hauptnavigation

  • Startseite
  • Über STEPSEC
  • Entscheidungs-Tool
    • 1. Hintergrundinformationen zu CDR
    • 2. Herausforderungen von CDR
    • 3. Mögliche Landnutzungspfade für Deutschland
  • Kernaussagen
  • Glossar

Pfadnavigation

  1. Startseite
  2. Entscheidungs-Tool
  3. Mögliche Landnutzungspfade für Deutschland
  4. SSP5-8.5: Fossil-befeuerte Entwicklung - Baseline

SSP5-8.5: Fossil-befeuerte Entwicklung - Baseline

Weitere Modellläufe zu SSP5-8.5: [mit CDR-Ziel] | [mit CDR-Ziel + Politik]

Kurzbeschreibung Szenario SSP5-8.5 (Fossil befeuerte Entwicklung):

Der demografische Wandel und Energieengpässe, ausgelöst durch regionale und überregionale Spannungen, hemmen zunächst das Wirtschaftswachstum in Deutschland. Dies führt zu politischer Polarisierung und erstarkendem Populismus, was unter anderem zu einer Ablehnung der Energiewende führt. Um Wohlstand und Energieversorgung zu sichern, werden bestehende Umweltstandards abgeschafft und nationale Energiereserven, darunter Kohle und Fracking, priorisiert. So ist bis zum Ende des Jahrhunderts mit einem globalen Temperaturanstieg von ca. 4,8°C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu rechnen.  Umfangreiche Subventionen und Investitionen in die Bildung, insbesondere in MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik), fördern Innovationen, während die Bildung für nachhaltige Entwicklung an Bedeutung verliert. Traditionelle deutsche Industrien wie Automobil-, Chemie- und Elektrotechnik profitieren von aufgehobenen Standards, Effizienzsteigerungen, internationaler Wettbewerbsfähigkeit und ressourcenintensiven Lebensstilen. Neue Märkte entstehen vor allem im Bereich der Informationstechnologie. Die wirtschaftliche Erholung und das hohe Konsumniveau ermöglichen umfangreiche öffentliche Investitionen in soziale Sicherungssysteme, die zu sozialer Stabilität und Wohlstand führen. Während das Armutsrisiko deutlich sinkt, bleiben soziale Ungleichheiten bestehen. Konsum- und ressourcenintensive Lebensstile sowie die wachsende Nachfrage nach Fleisch und Luxusgütern treiben das Wirtschaftswachstum weiter voran, wobei die Energieversorgung überwiegend von fossilen Brennstoffen abhängt. Effiziente staatliche Institutionen stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt und sichern ein hohes Vertrauen in die Demokratie. Eine detaillierte Beschreibung des gesamten Szenarios finden Sie hier.

Modellierungslauf Baseline
In diesem Modellierungslauf werden die Auswirkungen unterschiedlicher sozio-ökonomischer Entwicklungen (SSP-Szenarien) sowie Klimaeinflüsse (RCP-Szenarien) auf die Landnutzung unter Berücksichtigung spezifischer Anforderungen an Ökosystemdienstleistungen sichtbar. Der Simulation liegt kein CDR-Ziel und somit keine Nachfrage nach Carbon Dioxide Removal (CDR) im LULUCF-Sektor zugrunde. Das bedeutet, dass der Kohlenstoffbedarf ausschließlich durch das Basisangebot gedeckt wird und nicht Teil des Wettbewerbsprozesses im Modell ist. Eine detaillierte Beschreibung der verschiedenen Modellierungsläufe und ihrer Annahmen finden Sie hier.

  • CDR-Portfolio
  • Landnutzungskarte
  • Landnutzungsänderung
  • Download

ssp585_runA_CDR_areas_linscale.pngDie Abbildung zeigt mit Unsicherheiten behaftete Modellierungsergebnisse, ein Download ist am Ende der Seite möglich.

Erläuterungen zur Abbildung „CDR-Portfolio“

Die Darstellung zeigt den kumulierten Flächenverbrauch der verschiedenen modellierten landbasierten CDR-Methoden im zeitlichen Verlauf von heute (2020) bis zum Ende des Jahrhunderts (2100). In der Modellierung ist nur die Nachfrage nach Pflanzenkohlenstoff berücksichtigt, die Kohlenstoffflüsse des gesamten Landsystems (z.B. Kohlenstoff im Boden, CO2-Emissionen) sind dagegen nicht abgebildet.

Somit zeigt die Abbildung keine Senkenpotenziale, sondern eine vereinfachte Darstellung der CDR-Flächenpotenziale, die unter Berücksichtigung folgender Limitierungen zu interpretieren sind:

  • Der Waldumbau umfasst nur den Wechsel von höheren zu niedrigeren Bewirtschaftungsintensitäten (z.B. hoch intensiver Forst zu Naturwald). 
  • Aufforstung fasst die Flächenzunahme aller Bewirtschaftungsformen im Forst (wenig bis hoch intensiv bewirtschafteter Wald sowie Naturwald) zusammen.
  • Es werden lediglich die Flächenzugewinne der einzelnen CDR-Maßnahmen dargestellt, die über den gesamten Zeitraum bestehen bleiben. Gehen solche CDR-Flächen im Laufe der Zeit wieder verloren (z.B. Verlust von vorher neu entstandenen Waldflächen), werden diese nicht berücksichtigt. 
  • Die Abbildung zeigt dem LULUCF-Sektor zugeordnete CDR-Maßnahmen, weshalb die Flächenpotenziale von BECCS, das per Definition nicht dem LULUCF-Sektor angehört, nicht dargestellt werden.
  • In der Modellierung wurden vorrangig waldbasierte CDR-Maßnahmen berücksichtigt, weshalb Carbon Farming (z.B. Veränderungen in der Bewirtschaftungsform bzw. -intensität in der Landwirtschaft) in dieser Darstellung nicht auftaucht.

Eine Aussage über die Senkenleistung der dargestellten Flächen kann erst nach Modellierung der gesamten Kohlenstoffflüsse sowie folgender weiterer Informationen getroffen werden:

  • Landnutzungshistorie: Die vorherige Nutzungsform hat erheblichen Einfluss auf das tatsächliche Senkenpotenzial einer Fläche (z.B. Aufforstung auf vormals extensivem Weideland oder intensiv bewirtschaftetem Ackerland).
  • Veränderungen land- und forstwirtschaftlicher Bewirtschaftungsintensitäten im Zeitverlauf und deren Auswirkungen auf die Emissionen sowie das Senkenpotenzial (z.B. der Wechsel von extensiv zu intensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen oder umgekehrt).
 

Hintergrundinformationen

  • Ausführliche Beschreibung der Szenarien
  • Beschreibung der Modellierungsläufe
  • Methodik und Legende
  • Beschreibung des Bewertungsrahmens
  • Unsicherheiten und Limitierungen
Raumbezugsebene:

Bezugsjahr:
    
 

 

Erläuterung und Interpretation der Landnutzungskarte

Die Landnutzungskarte zeigt eine mögliche Entwicklung der Landnutzung in Deutschland für das Szenario SSP5-8.5 für den Zeitraum 2020 bis 2100. Die zugrunde liegenden Annahmen sind den Beschreibungen der Szenarien und der Modellierungsläufe zu entnehmen. 

Die vorliegende Interpretation bezieht sich auf den Modellierungslauf “Baseline” und beschreibt die wesentlichen Landnutzungsänderungen entlang von Kernaussagen sowie raumzeitlicher Charakteristika.

Kontinuierlich steigende Urbanisierung und zunehmender Flächenverbrauch

  • Starke Urbanisierungstendenzen setzen insbesondere in Ballungsräumen (z.B. NRW und Rhein-Main-Region) ein, wobei auch ländlichere Regionen in West-, Mittel- und Süddeutschland von hohem Flächenverbrauch betroffen sind. 
  • Grund dafür sind wirtschaftliches Wachstum, steigende Einkommen und der Wunsch nach mehr Wohnfläche.
  • Der steigende Flächenverbrauch setzt bereits in frühen Phasen ein und verstärkt sich bis 2100 deutlich, wodurch eine stark urbanisierte und fragmentierte Landschaftsstruktur entsteht.
  • Dies verstärkt zusätzlich zu konsum- und ressourcenintensiven Lebensstilen den Nutzungsdruck auf land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen.
Hochtechnologisierte Bewirtschaftungsformen in Land- und Forstwirtschaft

  • Über den gesamten Zeitraum bis 2100 stehen Ertragsmaximierung und wirtschaftliche Effizienz im Vordergrund der landwirtschaftlichen Produktionsweise.
  • Hochintensive landwirtschaftliche Produktionssysteme breiten sich zunehmend und flächendeckend aus, während mittlere Intensitätsstufen kontinuierlich an Bedeutung verlieren.
  • Diese Intensivierung wird maßgeblich durch den kontinuierlich steigenden Einsatz von Düngemitteln, Pestiziden und gentechnisch veränderten Pflanzen vorangetrieben. Außerdem gewinnen technologische Ansätze, wie Präzisionslandwirtschaft und Vertical Farming an Bedeutung.
  • Diese Entwicklung wird von einer hohen gesellschaftlichen und politischen Technologieoffenheit sowie umfangreichen Investitionen und Innovationen getragen. 
Ausweitung und Intensivierung landwirtschaftlicher Flächen
  • Die landwirtschaftliche Fläche nimmt insbesondere im Ackerbau deutlich zu, während die Grünlandnutzung flächenmäßig leicht zurückgeht.
  • Die Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen setzt früh ein (ca. bis 2060) und konzentriert sich vor allem auf den Norden und Nordwesten Deutschlands, insbesondere in Schleswig-Holstein, wo Wald-, Moor- und Grünlandflächen in Ackerflächen umgewandelt werden.
  • Parallel nimmt die Intensivierung der Landwirtschaft deutlich zu, indem insbesondere extensiv genutztes Grünland sowie Ackerbau mittlerer Bewirtschaftungsintensität und Ökolandbau in intensiv bewirtschaftete Ackerflächen überführt werden. 
  • Darüber hinaus findet insbesondere in der zweiten Jahrhunderthälfte eine umfangreiche Intensivierung der Grünlandnutzung statt.
  • Angetrieben werden diese Entwicklungen durch ressourcenintensive Lebensstile mit hohem Fleischkonsum und einer steigenden Nachfrage nach Agrarprodukten.

Umfassender Waldumbau hin zu intensiver Forstwirtschaft

  • Naturnahe und wenig bewirtschaftete Wälder werden schrittweise in ertragsoptimierte, intensiv genutzte Forste umgewandelt.
  • Der Umbau beginnt vor allem in gut erschlossenen Regionen West-, Mittel- und Südwestdeutschlands und breitet sich langfristig bundesweit aus.
  • Der Waldumbau erfolgt kontinuierlich über den gesamten Zeitraum bis 2100. Zum Ende des Jahrhunderts dominieren intensiv bewirtschaftete Plantagenforste, während naturnahe Waldformen weitgehend verschwinden.
  • Zusätzlich finden in der ersten Hälfte des Jahrhunderts Rodungen statt, wodurch die Waldfläche insgesamt in diesem Zeitraum leicht rückläufig ist.
  • Treiber dieser Entwicklung sind die steigende Nachfrage nach Holzprodukten sowie ein starker Nutzungsdruck durch die Ausweitung von Siedlungsflächen und Ackerbau.

Stark steigender Energiebedarf und Abkehr der Energiewende

  • Die technologische und wirtschaftliche Entwicklung führen zu einem kontinuierlich steigenden Energiebedarf.
  • Aufgrund von sinkendem Klima- und Umweltbewusstsein sowie einer energiepolitischen Kehrtwende wird die Energieversorgung primär durch günstige fossile Energien aus nationaler Förderung und Importen gedeckt.
  • Im Wettbewerb um Flächen und Energiebereitstellung (Kosten, Nutzungskonkurrenzen) verliert die Bioenergie deutlich an Bedeutung. Bis zum Ende des Jahrhunderts reduzieren sich die Anbauflächen für Bioenergie nahezu um die Hälfte.
  • Bestehende Solarflächen bleiben insbesondere an günstigen Standorten im Süden und Osten Deutschlands weitestgehend erhalten, werden jedoch nicht weiter ausgebaut.

Landnutzungsänderung in Deutschland (2020 bis 2100)

Die Abbildung zeigt mit Unsicherheiten behaftete Modellierungsergebnisse, ein Download ist am Ende der Seite möglich.

Erläuterung und Interpretation der Abbildung „Landnutzungsänderung“

Die Abbildung zeigt die zeitliche Änderung der Landnutzung in Deutschland im Modellierungslauf “Baseline” von 2020 bis 2100. Dargestellt sind die prozentualen Anteile verschiedener Landnutzungskategorien, differenziert nach Nutzungsarten und -intensitäten. Weiterführende Informationen zu den Landnutzungskategorien finden Sie unter “Methodik und Legende”.

Fokus auf hochintensive Landwirtschaft

  • Die Ackerflächen werden bis 2060 deutlich ausgeweitet und bleiben danach relativ stabil. Die Zunahme äußert sich ausschließlich im Ausbau hochintensiv bewirtschafteter Flächen.
  • Die Grünlandflächen gehen dagegen kontinuierlich zurück, insbesondere bei niedriger und mittlerer Bewirtschaftungsintensität.
  • Es zeigen sich deutliche strukturelle Veränderungen in der Landwirtschaft. Hochintensive Bewirtschaftungsformen werden in Ackerbau und Grünland stark ausgebaut, während Flächen mit niedriger und mittlerer Intensität deutlich zurückgehen. Dennoch können Versorgungsengpässe (z.B. Obst/Gemüse, Hülsenfrüchte) in der zweiten Jahrhunderthälfte auftreten.
  • Infolge der Intensivierung steigt die Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln sowie weidebasierten Fleischprodukten deutlich über das heutige Niveau, um die steigende Nachfrage einer wachsenden Bevölkerung und ressourcenintensiver Konsummuster zu decken.

Waldumbau in Richtung hochintensiv bewirtschafteter Wälder

  • Die Waldflächen gehen zunächst insbesondere durch die Rodung von Wäldern mit niedriger Bewirtschaftungsintensität bis 2060 zurück und bleiben danach weitgehend stabil. Diese Entwicklung erfolgt zugunsten von intensiven Ackerflächen sowie Siedlungsfläche.
  • Es zeigt sich eine deutliche Verschiebung in der Waldbewirtschaftung. Wälder werden kontinuierlich von niedrig- in Richtung hochintensiver Bewirtschaftung umgebaut. Naturwaldflächen bleiben über das gesamte Jahrhundert weitgehend stabil.
  • Trotz rückläufiger Gesamtfläche steigt die Produktion von Laub- und Nadelholz durch die Intensivierung leicht, um die zunehmende Nachfrage zu decken.

Bevölkerungswachstum und ressourcenintensive Lebensstile erzeugen hohe Flächenkonkurrenzen

  • Die Siedlungsflächen nehmen sehr stark und kontinuierlich zu, wobei sich das Wachstum erst gegen Ende des Jahrhunderts etwas abschwächt. 
  • Die Energiewende verliert an Bedeutung, sodass erneuerbare Energien nicht ausgebaut werden. Bestehende Solar-/PV-Flächen bleiben aus Effizienz- und Kostengründen erhalten und bleiben über das gesamte Jahrhundert weitgehend stabil. 
  • Bioenergieflächen gehen aufgrund von Flächenkonkurrenzen mit Nahrungsmittelproduktion und Siedlung deutlich zurück.
  • Moore werden weiterhin für die landwirtschaftliche Nutzung trockengelegt, wodurch ihre Flächen kontinuierlich abnehmen.

Sinkendes Umweltbewusstsein fördert Rückgang regulierender Ökosystemleistungen

  • Intensivierungsprozesse in Land- und Forstwirtschaft sowie die Trockenlegung von Mooren führen zu einer abnehmenden Bereitstellung regulierender Ökosystemleistungen, insbesondere beim Hochwasserschutz. 
  • Darüber hinaus nehmen Biodiversität und die Produktion von Bio-Lebensmitteln ab, wenngleich die Nachfrage hiernach stark zurückgeht.
  • Der Erholungswert der Landschaft nimmt kontinuierlich ab, was insbesondere auf die Intensivierungsprozesse auf land- und forstwirtschaftlichen Flächen zurückzuführen ist. 

Downloads zu SSP5-8.5

Download der Abbildungen des Szenarios:https://nextcloud.imk-ifu.kit.edu/s/gPjoraqnc5mWQ34?dir=/output_25_04/maps_stats_plots/ssp585/land_use_change
Download der Karten des Szenarios:https://nextcloud.imk-ifu.kit.edu/s/gPjoraqnc5mWQ34?dir=/output_25_04/maps_stats_plots/ssp585/land_use_maps
Alle den Karten und Abbildungen zugrundeliegenden Daten können hier abgerufen werden.
Wichtige Publikationen und weiterführende Literatur zum Thema finden Sie hier.
BMBF-Logo: gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
Impressum |Datenschutzerklärung | Seitenanfang